Produkthaftung

Die USA sind im internationalen Wettbewerb ein wichtiger Markt, der aufgrund seiner Größe die Chance auf hohe Gewinne bietet. Aber er hat auch hohe Risiken, besonders wegen der dort geltenden Produkthaftung. Bei der Produkthaftung handelt es sich um die verschuldungsunabhängige Haftung des Herstellers oder Importeurs für Personen- oder Sachschäden, die durch das Produkt verursacht wurden. Das amerikanische Produkthaftungsrecht hat einige Besonderheiten. So basiert das Honorar des Klägeranwaltes auf dem Erfolg. Er bekommt in der Regel etwa 1/3 von der Urteils- oder Vergleichssumme, nachdem seine Kosten für Gutachten o.ä. abgezogen wurden. Daher können, sofern sich ein Anwalt findet, auch zweifelhafte Ansprüche gegen einen großen Konzern erhoben werden.

 

Neben dem Schadensersatz besteht auch die Möglichkeit „Punitive Damages“ durchzusetzen. Dies ist ein Strafschadensersatz, wenn dem Hersteller ein „besonders arglistiges“ Verhalten nachgewiesen werden kann, wenn er zum Beispiel die Unsicherheit seines Produktes wohlwissend in Kauf genommen hat, um Produktionskosten zu sparen. Da in den Schadensersatz auch Schmerzensgeld und Behandlungskosten mit eingehen, geht es oftmals um mehrere Millionen Dollar.

 

 

Eine Ansammlung von Warnhinweisen:  Betriebsanleitungen für den US-Markt

 

Um das Risiko der Produkthaftung zu minimieren, wird der Hersteller darauf achten, alle Sicherheitsvorschriften sehr genau einzuhalten und den Benutzer mit vielen Hinweisschildern und Erklärungen in den Betriebsanleitungen vor möglichen Gefahren zu warnen. Doch das reicht nicht. Der Hersteller muss auch im Klagefall beweisen, dass er den „State of the Art“ erfüllt hat, dass also sein Produkt nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllt, sondern auch nicht schlechter ist, als zeitgleiche Wettbewerbsprodukte.

 

Immer mehr fragwürdige Klagen mit teils horrenden Schadensersatzforderungen veranlassten (neben anderen Gründen) in den 80er Jahren den Rückzug der Hersteller Renault, Peugeot und Fiat vom amerikanischen Markt.

^