Kundenverhalten

Pepperdine University, Malibu, California - September 11 Memorial

 

Der Kauf eines Autos lief und läuft in den USA völlig anders ab, als es hier in Deutschland der Fall ist. In den USA fällt die Entscheidung ein Kraftfahrzeug zu kaufen sehr viel spontaner. Man fährt zu einem oder mehreren Händlern, schaut sich die Autos im Lagerbestand an und entscheidet sich schließlich nach Verhandlung mit dem Verkäufer. Dieses Verhalten ist einer der Hauptgründe, warum USA-Versionen europäischer Autos meist mit Vollausstattung gebaut wurden. Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrisches Schiebedach, Zentralverriegelung, Servolenkung, Colorglas, Lederausstattung, Alufelgen – dies alles war je nach Fahrzeugklasse bereits mit an Bord, weil zu Beginn der Produktion des Autos noch kein Kundenname hinter der Bestellung stand, sondern lediglich die Zuteilung zum „Dealer Stock“, dem Händlerlager. Dass es autobegeisterte europäische Kunden lieben, sich wochenlang mit der persönlichen Konfiguration des gewünschten Autos zu beschäftigen und dann noch bereit sind, einige Wochen auf das Auto bis zur Auslieferung zu warten, können sich Amerikaner kaum vorstellen. Sie bekommen ihr Auto kurzfristig ausgeliefert, weil sie es aus dem Lagerbestand kaufen.

 

Auch das Komfortbedürfnis der amerikanischen Kunden ist anspruchsvoller. Schlechtere Straßen machten schon immer eine komfortablere Fahrwerksabstimmung notwendig. Die großen Entfernungen führen dazu, dass der Amerikaner wesentlich mehr Zeit in seinem Auto verbringt und es dementsprechend mit elektrischen Bedienhilfen und einer guten Stereo-Anlage ausgestattet haben wollte. Die ewig langen Highways und die dort vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung rechtfertigten den Wunsch nach einer Geschwindigkeitsregelanlage und einem Automatikgetriebe. Die klimatischen Bedingungen machten zudem eine Klimaanlage dringend notwendig.

 

Auch der Farbgeschmack der amerikanischen Kunden war und ist anders, bedingt auch durch andere Lichtverhältnisse. Gold- und rötliche Farbtöne harmonieren sehr gut mit dem warmen Licht, das es besonders in den westlichen Staaten der USA gibt und waren in den 80er Jahren sehr beliebt.

 

Leider haben die klimatischen Bedingungen und der harte Alltag im Straßenverkehr der USA den Autos binnen weniger Jahre sehr zugesetzt. Trockene Luft konservierte zwar die Autos im Südwesten gut, so dass Rostschäden selten sind, jedoch zersetzte die Hitze und intensive Sonnenstrahlung Lack, Gummi und Kunststoffe. Abgeblätterter Klarlack, Risse in der Schalttafel und in den Sitzbezügen, spröde Gummidichtungen – dies sind Typische Mängel an Autos aus California, Texas, Arizona, Utah und anderen Wüstenstaaten.

 

Dagegen hat es in der Höhe (z.B. Rocky Mountains, Denver) und am nördlichen Teil der Ostküste heftige Winter, so dass das Streuen von Salz heftige Korrosionsschäden verursachte, ähnlich wie bei uns in Deutschland. Schlechte Straßen lassen das Fahrwerk schneller verschleißen und ein allgemein nachlässiger Umgang und schlechte Werkstätten trugen dazu bei, dass ein Auto viel früher als in Europa verbraucht wurde.

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