Adressen

Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne brennt. Ich grüße freundlich einen Mexikaner, der mir kurz zunickt. Ich befinde mich im Urlaub, jedoch nicht in Mexiko, sondern ein gutes Stück weiter nördlich, in Sun Valley, einem weniger guten Stadtteil von Los Angeles und gar nicht so weit von den Universal Studios entfernt und Teil des weitläufigen San Fernando Valleys.

 

Hier gibt es viele Schrottplätze ("Junk Yards"), die gebrauchte Autoteile verkaufen. Manche sind auf europäische oder japanische Autos spezialisiert, teilweise auch auf bestimmte Marken oder gar bestimmte Teile (Autoglas, Motoren oder Getriebe usw.).

 

Richtig Spaß macht es natürlich, wenn man einen Schrottplatz betreten darf und selber herümstöbern kann und Teile selber ausbauen darf. In der Regel zahlt man auf den Junk Yards im Gebiet von Los Angeles 2 Dollar Eintritt, unterschreibt und akzeptiert einen Haftungsausschluss und bekommt einen Stempel auf den Handrücken.

 

Da man sich ja eigentlich in einem Wüstengebiet befindet, sollte man neben Werkzeug folgende Dinge auf einer Schrottplatztour nicht vergessen: Sonnencreme, Kopfbedeckung und Wasser! Die Schrottplätze sind riesig groß und man vergisst schnell die Zeit und läuft lange in praller Sonne herum. Dafür hat man vielleicht Glück und erspäht unter den vielen hundert Wracks einen seltenen europäischen Klassiker. Selbstverständlich haben fast alle Junk Yards auch am Sonntag geöffnet. Teilweise sind die Preise für selber ausgebaute Teile recht hoch, dafür wird immer fair zum Preis nach ausgehängter Liste abgerechnet. In regelmässigen Abständen gibt es Rabattaktionen.

 

 

Empfehlenswerte Junk Yards in Los Angeles:

 

A-Foreign U-Pull-Parts

8520 Telfair Ave.

Sun Valley, CA 91352

 

Dieser Junk Yard hat sich, wie der Name schon sagt, auf importierte Autos aus Europa oder Japan spezialisiert. Die Fahrzeuge sind in zwei große Blocks aufgeteilt, nach Herkunft aus Europa oder Japan. Ein Markenzeichen des Schrottplatzes sind die alten Busse und Auflieger, die im hinteren Teil des Platzes als Sichtschutz aufgestellt sind. Auf deren Dächern ruhen schon seit vielen Jahren (ich habe diesen Junk Yard 1998 zum ersten Mal besucht) einige automobile Raritäten, wie z.B. ein Citroën SM, ein Yugo 45 oder ein alter Rover 3500 Vitesse. Ausserdem parken dort auch Fahrzeuge, die im Film "Mad Max" als Filmkulisse dienten. Markenzeichen dieses Schrotplatzes ist, dass die Autos auf vier jeweils aus zwei zusammengeschweißte Felgen (eine liegend, eine stehend) bestehende Unterstellböcke stehen.

 

 

Eingang des auf  importautos spezialisierten Junk Yards "A-Foreign" in der Telfair Ave., Sun Valley. Auf die Hauptkundschaft hat man sich auch sprachlich eingerichtet.

 

 

Ganz in der Nähe befindet sich der nächste Selbstbedienungs-Schrottplatz:

 

Pick Your Part

11201 Pendleton St.

Sun Valley, CA 91325

 

www.pickyourpart.com


Dieser riesige Junk Yard gehört zu einer Kette, die im Großraum Los Angeles mehrere Niederlassungen hat. Erkennungszeichen ist der Krake, der das Firmenmaskottchen ist. Die Autos sind hier allesamt auf Rohre aufgebockt, die auf eine Stahlplatte geschweißt sind. Pick your Part hat "Domestics" und "Imports", die voneinander getrennt in zwei Blöcke aufgestellt sind.

 

 

In einer ganz anderen Liga spielt der 1967 gegründete Junk Yard "Porche Foreign Auto Inc." im Stadtteil Florence, unweit von Watts, der Gegend, in der 1992 die schweren Rassenunruhen von Los Angeles stattfanden und ein "Hood" der von Gangs kontrolliert wird.

 

Der aus Hessen stammende Rudi Klein fing in jungen Jahren damit an, verunfallte und abgewrackte Porsche und Mercedes aufzukaufen. Später kamen auch die Marken BMW und Audi hinzu. Zudem kaufte er noch zu Beginn seiner Karriere einige Horch und Mercedes, die von amerikanischen Generälen nach dem zweiten Weltkrieg von Deutschland nach Amerika mitgebracht wurden und bald das Interesse der Besitzer verloren. Diese Fahrzeuge konnte Rudi Klein einige Jahre Später an die Werksmuseen von Audi und Mercedes verkaufen. Über 6.000 Autos wurden in seinem Geschäft gekauft und verwertet, davon hunderte Porsche 356, von denen viele noch auf seinem Gelände stehen. Auch dürfte es keine andere Autoverwertung geben, die so viele Mercedes 300 SL Flügeltürer verwertet hat, wie Porche Foreign Auto Inc.

 

Ich hatte das große Glück, im Jahr 1998 Rudi Klein besuchen und mich für etwa 3 Stunden auf dem Gelände aufhalten zu dürfen. Normalerweise ist das Betreten des mit einer hohen Mauer und Stacheldraht gesicherten Geländes nicht gestattet und man muss an einer vergitterten Tür untertänig klingeln. Der Besuch hat jedenfalls einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.. Leider ist Rudi Klein vor einigen Jahren verstorben, das Geschäft wird aber von seinem Sohn weitergeleitet. Auf der Website von Porche Foreign Auto Inc. kann man immerhin Teileanfragen absenden und sehen, welche Autos gerade im Angebot sind.

 

Porche Foreign Auto Inc.

8935 S. Alameda St.

Los Angeles, CA 90002


 

 

 

 

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