'82 Audi 5000 S

California Über Alles ... The Dead Kennedys

 

 

Neben meiner Käferleidenschaft gibt es noch ein weiteres automobiles Kulturgut, an dem mein Herz hängt. Die Audi-Modelle der Baureihe Typ 43. Unter diesem Kürzel versteht man die Modelle 100, 200 sowie 5000 - für den amerikanischen Markt, die zwischen 1976 und 1982 produziert wurden. Ein charakteristisches Merkmal dieser Fahrzeuge ist die Tatsache, dass das Kurvenlineal bei der Entwicklung anscheinend verboten war!

 

Ebenso wie meine Vorliebe zum VW 1303 Käfer, über die ich hier an anderer Stelle schon berichtet habe, ist auch meine Leidenschaft zum kantigen Audi auf meine Kindheit zurückzuführen. Als ich gerade begann, mich für Autos zu interessieren, bekam mein Vater einen neuen Wagen. Genauer gesagt handelte es sich dabei nicht um irgendein Auto, sondern um den damals brandneuen Audi 100! Unser Audi war ein 1977er Audi 100 LS in himmelblau. Ich war begeistert. Mir kam dieses Auto riesengroß vor. Des Weiteren strahlte der Wagen für mich eine unglaubliche Ruhe und Geborgenheit aus. Fortan war das Fieber für diesen Audi geweckt.

 

Der himmelblaue LS verließ uns drei Jahre später – trotz Garage schon merklich vom Rost gezeichnet. In dieser Zeit verfolgte ich die Modellpolitik von Audi sehr genau und hatte auch schon einen potentiellen Nachfolger für unseren Audi 100 auserkoren. Ein CD 5E, damals das Topmodell der 100er Serie, musste ins Haus. In unserer Nachbarschaft gab es einige neue Audi 100 und fast alle waren sie in der CD- oder, wenn der Wagen schon etwas älter war, in der GLS- Ausführung. Leider war mein Vater gänzlich anderer Meinung. So wurde aus „meinem“ CD 5E leider nur ein silberner L 5S. Immerhin auch nicht ganz so schlecht. Für die damaligen Verhältnisse schon mit einem flotten 115 PS- Fünfzylindermotor ausgestattet. Auch diesen Audi liebte ich heiß und innig. Da mein Vater seine Autos in der Regel alle drei Jahre wechselte, war das Vergnügen nur kurz. In den Folgejahren durchlebten wir die Audi 100- Evolution des Nachfolgermodells Typ 44. Leider war ich mit dem Versuch, meinem Vater auch mal einen Audi 200 anzudrehen, kläglich gescheitert.

 

All diese späteren Fahrzeuge, die bei uns Einzug erhielten, waren designtechnisch gelungene Automobile. Auch die technische Entwicklung war natürlich nicht stehen geblieben. Und ich kann natürlich auch nicht sagen, dass ich es schlecht fand, wenn mein Vater sich ein neues Auto kaufte; aber keine dieser Wagen lösten bei mir so eine Begeisterung aus, wie es die beiden Typ 43er getan hatten. Für mich selbst kam ein kantiger Audi allerdings erst mal nicht in Frage. Aufgrund des rostmäßig doch eher durchwachsenen Rufes sowie der teilweise doch sehr großhubigen Motoren, die den Unterhalt für einen mittellosen Fahranfänger problematisch machten, ließ ich lieber die Finger von meinem Traumwagen. Erst viele Jahre später, als die Audis der Baureihe Typ 43 längst aus dem alltäglichen Straßenbild verschwunden waren, sollte ich diese wunderbaren Fahrzeuge wiederfinden.

 

Während meiner Suche nach einem VW 1303 Cabrio durchforstete ich das Internet zwischendurch auch manchmal nach einem Audi 100. Dabei stellte ich allerdings erstaunt fest, wie wenig dieser Autos zu finden waren. Der Rost und die letzte Reise nach Osteuropa hatten hier ganze Arbeit geleistet. Nach meiner Käferrestauration brauchte ich dann auch erst mal einige Zeit, um mich von dieser aus finanzieller und seelischer Sicht zu erholen. So dauerte es noch einige Jahre, bis ich wieder konkret das Internet nach einem neuen alten Auto absuchte – diesmal endlich nach einem Audi 100 der Baureihe Typ 43. Ich erkannte schnell, dass ich ohne die Hilfe gleichgesinnter bei der Suche wenig Glück haben würde. So schloss ich mich der 1. Audi 100/200 Typ 43 IG an, mit deren Hilfe ich dann auch tatsächlich fündig wurde. Neben der Hilfe bei technischen Fragen sowie der Suche nach Ersatzteilen, konnte ich mich in der Typ 43 IG auch über so wichtige Themen austauschen wie… zum Beispiel den Audi 100! Ein Gesprächsthema, was in meinem engeren Verwandten- und Bekanntenkreis eher versteinerte Minen und verständnisloses Kopfschütteln auslöste.

 

Ebenso wie beim VW 1303, gefielen mir auch beim Typ 43 besonders die US- Modelle, hier Audi 5000 genannt. Neben den dickeren Stoßstangen faszinierte mich die christbaumartige Beleuchtung, die beim Audi 5000 ganz besonders gut gelungen war. Allerdings war hier die Marktsituation eine völlig andere. Im Gegensatz zu meinen Audis war mir mein US- Käfer geradezu zugeflogen, da ich für ihn nur eine Reise nach Hamburg auf mich nehmen musste. Aber einen Audi 5000 in Deutschland zu finden, war die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Wenn ich also wirklich einmal in den Besitz eines dieser herrlichen Automobile gelangen wollte, musste ich diesen aus den USA oder aus Kanada importieren! Ich war zwar schon – den Zustand des Audis nur anhand verschwommener Fotos erahnend – in den Schwarzwald, nahe der Schweizer Grenze gereist, um den Wagen dann über 800 km auf eigener Achse nach Bremen zu überführen; aber so ein USA- Import war dann doch eine Nummer zu groß für mich. Neben der Tatsache, dass man das Auto quasi blind kaufen musste, schreckten mich auch die hohen Verschiffungskosten, nebst Verzollung und Mehrwertsteuer, die die ganze Sache preislich reell in die Höhe trieben. In der Typ 43 IG gab es allerdings einige Unerschrockene, die dieses Wagnis auf sich genommen hatten. Auch wurden dort regelmäßig Angebote von Ebay- Motors oder anderen amerikanischen Verkaufsbörsen gepostet und bewertet. Mehr als einmal spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, ließ es aber immer wieder - auch aufgrund der hohen Kosten sein. Aber ich stellte fest, dass auch in Amerika die Angebote an Audi 5000ern eher spärlich gesät waren. Nur alle paar Monate war ein Exemplar zu finden. Und auch dort gab es nicht nur gepflegte Autos sondern oft genug wurden Ruinen zum Kauf angeboten, was mich nur noch zusätzlich abschreckte. Dass es auch in den USA so wenige Audis gab, erstaunte mich doch sehr. Zwar waren die 5000er nicht in großen Stückzahlen nach Amerika exportiert worden, aber dass in diesem Riesenland fast keines dieser Exemplare übrig geblieben war, war doch sehr verwunderlich. (Anmerkung vom Webmaster: unter allen 902.408 produzierten Typ 43 waren 144.125 Audi 5000.)

 

Nach langer Durststrecke wurde dann kurz vor Weihnachten 2010 wieder ein Audi 5000 beim amerikanischen Ebay-Auktionshaus offeriert. Dabei handelte es sich um einen Audi 5000 S in Gobimetallic, einem Goldton. Der Wagen stand in Sunnyvale, nahe San Francisco und machte auf den Bildern einen sehr gepflegten Eindruck. Lediglich die Windschutzscheibe war am unteren Rand gesprungen, was wohl durch einen Steinschlag herrührte. Dort gab es auch eine Roststelle am Scheibenrahmen. Ansonsten fehlten keine Zierteile. Auch die US- spezifischen Anbauteile waren alle vorhanden und – den Bildern nach zu urteilen – in gutem Zustand. Obwohl die Audi 5000 Modelle schon weitaus üppiger ausgestattet waren als ihre europäischen Brüder, hatte man es bei dem angebotenen Exemplar regelrecht mit einer Spardose zu tun - für amerikanische Verhältnisse jedenfalls. So gab es zwar grün getönte Scheiben, ein Automatikgetriebe, Servolenkung, Ausstellfenster sowie einen Tempomat, aber der Wagen hatte kein Schiebedach - was für amerikanische Audi 5000 absolut ungewöhnlich war. Und keine Lederausstattung. Dieses Angebot war natürlich ein großes Thema in unserem hauseigenen Typ 43 IG-Forum.

 

Das Auto zog mich diesmal sofort in den Bann. Hatte ich die vorherigen Annoncen eher halbherzig zur Kenntnis genommen, verfestigte sich diesmal das Vorhaben, vielleicht doch einmal ein Auto aus Amerika zu importieren. Gerade die Tatsache, dass der Wagen irgendwie anders war, machte ihn für mich interessant. Auch gefiel mir die Farbe des Wagens sehr, was vermutlich daran lag, dass es sich dabei um eine typisch amerikanische Farbe handelte. Denn hier in Deutschland wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, mir ein goldfarbenes Auto zu kaufen.

 

 

Das Bild aus der Anzeige bei ebay ... noch sonnt sich der Audi 5000 S in der kalifornischen Sonne

 

Bei Ebay fand der Wagen keinen neuen Besitzer. Er blieb jedoch ein Forenthema auch über die Feiertage. Ein IG- Kollege war mit dem Verkäufer in Kontakt getreten und hatte sich einige Bilder zuschicken lassen. Er selbst hatte kein Interesse an dem Audi, stellte diese aber einem potentiellen Käufer gerne zur Verfügung. Na ja, einmal ansehen kann ja nicht schaden, dachte ich und ließ mir die Bilder zumailen. Der Verkäufer hatte gewissenhaft ringsum jede schadhafte Stelle dokumentiert. Da hatte ich schon ganz andere Bilder gesehen! Um sicher zu gehen, dass ich es hier nicht mit einem Blender zu tun hatte, zog ich noch einen weiteren IG- Kollegen zu Rate.      - Hier zeigten sich einmal mehr die Vorteile eines Zusammenschlusses Gleichgesinnter - Dieser hatte in der Vergangenheit schon mehrere Fahrzeuge aus den USA nach Hause geholt und hatte dadurch auch dementsprechende Erfahrung mit dem Verschiffungsprozedere, vor dem ich immer noch einen großen Respekt hatte. Gemeinsam gingen wir jedes Foto durch und besprachen das Für und Wider. Schlussendlich erklärte er mir den Transportvorgang, damit ich – im Falle des Kaufs – auch hier gewappnet wäre.

 

Ein Anruf bei der empfohlenen Transportfirma bestätigte das Besprochene. Aufgrund des niedrigen Preises, der vom Verkäufer aufgerufen wurde sowie des moderaten Dollarkurses, fing ich an ernsthaft über die Sache nachzudenken. Ein weiterer Vorteil lag im Standort des Transporteurs. Dieser war nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt beheimatet. Dort konnte der Container auch ausgeladen, bzw. der Wagen abgeholt werden. Dadurch entfielen weitere Transportkosten. Jetzt musste ich nur meine Frau und mich selbst davon überzeugen, dass dieser Wagen einfach notwendig war. Meine Wenigkeit war dabei das kleinere Übel. Ich war eigentlich schon überzeugt, als ich die Ebay- Anzeige das erste Mal gelesen hatte. Aber – oh Wunder - auch meine Frau hatte nichts gegen einen amerikanischen Neuzugang einzuwenden. Die inneren Qualitäten des Audi 5000 S hatten sie dann schlussendlich doch überzeugt! Vielleicht hatte sie aber auch einfach resigniert …

 

Nun stand dem Kauf nichts mehr im Wege…bis auf eine Kleinigkeit. Der Verkäufer Höchstselbst! Auf meine zaghaften Versuche ihn per Email über meine Kaufabsichten zu informieren, erhielt ich keine Reaktion. Erst als mein IG- Kollege sich einschaltete, der auch schon die Bilder organisiert hatte, bekam ich eine Antwort. Die war allerdings äußerst unbefriedigend. Der Audi- Besitzer hatte weiche Knie bekommen und musste sich das ganze erst noch überlegen. Ob er den Audi wirklich verkaufen würde, wüsste er noch nicht. Na toll, dachte ich, da habe ich mich nun schon zu diesem Irrsinn durchgerungen und dann macht der Kerl solche Zicken! Aber es half nichts. Ich setzte ein freundliches Antwortschreiben auf, mit dem Hinweis, dass es der Audi wirklich gut haben würde und wartete ab. Es vergingen fast zwei Wochen endlosen Wartens, in denen ich mich schon damit abgefunden hatte, dass es mit meinem Traumwagen nicht klappen sollte. Aber am Morgen des 11.Januars hatte das Warten ein Ende. Als ich in mein Büro kam, wartete dort schon eine Email von Brent, dem Verkäufer des Audi 5000, mit dem Titel: „Willing To Sell Car“, auf mich! Ich ließ mir mit meiner Antwort Zeit, überdachte das ganze nochmals genau, um dann aber alles auf Gold zu setzen, sozusagen. Am Abend desselben Tages hatte ich den gobimetallicfarbenen Audi 5000 S aus Sunnyvale bei San Francisco gekauft.

 

 

... drei, zwei, eins ... und noch lange nicht meins!

 

 

Dank des Internets waren die restlichen Modalitäten schnell erledigt. Mit PayPal konnte ich problemlos den Kaufpreis in die USA transferieren. Der Bill Of Sale, also der Kaufvertrag, wurde jeweils unterschrieben per Email über den großen Teich geschickt. Schlussendlich reichte ein Anruf sowie eine schriftliche Bestätigung, um die Abholung und Überführung des Audi 5000 von Sunnyvale nach Oakland und die darauf folgende Verschiffung nach Bremerhaven zu beauftragen. Die Reise zurück in die Heimat verzögerte sich noch ein wenig, da die Route Oakland Bremerhaven weniger frequentiert wird, als der Seeweg über Los Angeles. Aber am 12. Februar stach mein Audi, an Bord des Containerschiffs „Paris Express“ - unter der Golden Gate Bridge hindurch - in See und sollte etwa Mitte März am Überseekai in Bremerhaven anlegen.

 

Das Internet bot mir dabei eine weitere tolle Möglichkeit: aufgrund der GPS- Systeme der Containerschiffe, konnte ich die genaue Route der „Paris- Express“ Zuhause am Computer verfolgen. So begleitete ich meinen Audi, als er an der Küste Mexikos vorbei durch den Panama-Kanal fuhr. Die „Paris- Express“ lief nacheinander die Häfen von Savannah, Norfolk und New York an. Über Halifax ging es dann endlich über den Atlantik in Richtung Europa. Zwischenzeitlich wurde mir auch das genaue Anlegedatum übermittelt. Die „Paris- Express“ sollte planmäßig am 13.03.2011 in Rotterdam eintreffen. Rotterdam? Moment Mal, eigentlich sollte der Audi doch in Bremerhaven von Bord gehen. Ein Anruf beim Transporteur brachte leider auch nicht die gewünschte Aufklärung. Ich stiftete mit meiner Frage ein heilloses Durcheinander. Zwischenzeitlich war gar nicht klar, ob mein Audi überhaupt auf dem Containerschiff war! Geschweige denn, wo er denn nun eigentlich landen würde. Glücklicherweise gab es dann aber schnell Entwarnung. Mein Audi war an Bord der „Paris- Express“ und sollte am 13.März in Rotterdam eintreffen. Aus Kulanz (und zu Lasten des amerikanischen Agenten) würde mir der Audi dann direkt nach Hause zugestellt, da er sich dann ja sowieso schon auf einem Autotransporter befand.

 

Das Beobachten der „Paris Express“ aus der Ferne konnte aber auch ganz schön aufregend sein. So erlebte ich vor dem Hafen von London am Bildschirm quasi eine „Beinahe- Kollision“ mit einem anderen Containerschiff mit, da beide Schiffe laut Monitor direkt aufeinander zufuhren! Ich war erst beruhigt, als ich kurze Zeit später die beiden Frachter wieder in entgegen gesetzter Richtung fahrend erkennen konnte.  Über Antwerpen und Bremerhaven ging es dann nach Rotterdam, wo die „Paris Express“ am 15. März festmachte. Als Anlieferungstermin war der kommende Dienstag, der 22. März, vorgesehen. Nun stieg meine Anspannung doch massiv an. Letztendlich hatte ich ja nur eine überschaubare Menge an Fotos zur Verfügung gehabt, um mich zu Entscheiden. Allerdings hatte der Fahrzeugbesitzer einen „History- Report“ über den Audi 5000 ausstellen lassen, der ihm keine Mängel und Unfallfreiheit attestierte. Damit konnte ich meine Nerven aber nur mäßig beruhigen. Denn auch die Überfahrt barg ja einige Risken. In den Containern wurden die Autos mittels einer fragwürdigen Holzkonstruktion für die Überfahrt gesichert. Was wäre, wenn die ganze Chose dann auf meinen – ausgerechnet zuunterst – geparkten 5000er krachen würde? Oder das Ver- und Entladen. Ich hatte schon einiges über abgerissene Auspuffanlagen sowie eingedrückte Unterböden gehört. Wenigstens, soviel war ja nun schon sicher, war er während der Überfahrt nicht über Bord gegangen!

 

Am Dienstagabend hatte das Warten dann aber glücklicherweise ein Ende. Viel länger hätte ich es wohl auch nicht mehr ausgehalten. Ein freundlicher Holländer hatte sich mittags telefonisch bei mir gemeldet und seinen Besuch für den frühen Abend angekündigt. Gegen 17:30h war es dann soweit. Ein großer Autotransporter, beladen mit einem langweiligen Ford Mondeo, einem 50er- Jahre Wohnwagen auf dem Weg nach Dänemark sowie meinem Audi 5000, rumpelte durch unsere Wohnstraße. Glücklicherweise hatte der Audi keinerlei Transportschäden davongetragen – auch nicht am Unterboden, worüber ich mich vor dem Abladen noch schnell vergewisserte. Mir viel ein Stein vom Herzen, da er auf den ersten Blick auch genauso gut aussah, wie von den Fotos versprochen. Aus eigener Kraft konnte der Audi 5000 dann vom Anhänger gefahren werden.

 

 

 

Nach vielen Wochen auf hoher See endlich angekommen.

 

 

Am darauffolgenden Wochenende wurde mein Auto dann erst mal von Grund auf gereinigt und inspiziert. Außer den schon bekannten Beulen und Kratzern konnte ich keine weiteren Beschädigungen feststellen. Diese erschienen mir in Natura sogar kleiner  und weniger störend als auf den Fotos. Der originale Lack wies – trotz kalifornischer Sonne – keine ausgeblichenen Stellen auf und erstrahlte nach einer gründlichen Politur wieder in altem Glanz. Motor und Getriebe funktionierten problemlos. Kein Wunder, da der Audi bis 2003 immer Scheckheft gepflegt wurde, wie ich dem Bordbuch und den Mappen mit Rechnungsbelegen entnehmen konnte, die der Verkäufer mit ins Auto gelegt hatte. Der Innenraum präsentierte sich in tadellosem Zustand. Es fehlten keine Hebel und Knöpfe und das Armaturenbrett war trotz Sonneneinstrahlung rissfrei. Alle Aschenbecher schienen noch nie benutzt worden zu sein. Apropos: beim Reinigen des Innenraums fand ich im Aschenbecher in der Mittelkonsole ca. einen halben Dollar in amerikanischen Cent-Münzen. Diese Relikte der Vergangenheit meines Audis werde ich dort belassen.

 

 

Als '82er Audi 5000 S bekam dieses Auto gerade noch die blau-gelben kalifornischen Kennzeichen

 

 

Rückblickend kann ich sagen, dass ich wirklich Glück gehabt habe mit meinem Audi 5000 S aus Sunnyvale, Kalifornien. Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Kauf in Amerika gewagt habe und dass der Wagen die 9000 Kilometer Luftlinie gut überstanden hat.

 

Übrigens: die „Paris Express“ befindet sich zurzeit wieder im Pazifik und ist auf dem Weg nach Yok in Japan!

 

Henning Rosner

^